Cirque Gourmet 29

36 Cirque Gourmet 2025 Foto: Lukas Kirchgasser ehen wir es langsam an. »Slow«, um genau zu sein, denn Slow Food spielt am Weißensee eine tragende Rolle. Er gilt als der sauberste See Kärntens. Mit Trinkwasserqualität und – jeweils im Schnitt – sommerlichen 25 Grad Wassertemperatur bei 2.000 Sonnenstunden. Natur und vor allem Entspannung in der Natur stehen hier im Vordergrund. Und die Natur ist in Geberlaune, streichelweiches Wasser, atemberaubendes Farbspiel. Ein Wander- und Wassersportparadies, allerdings ohne jegliches Remmidemmi. Fantastisches Blau und eine Ruhe zum Greifen Um ihn in seiner vollen Pracht zu erleben, gibt es vermutlich keinen besseren Weg als den slow trail, der vom Ronacherfels in Neusach zum Ostufer führt. Der Uferweg schmiegt sich den See entlang und ermöglicht Blicke, die sich tief im Gedächtnis eingraben. Türkisblaues Wasser, unfassbare Vielfalt und eine erhabene Stille. Ein Weg, den man am liebsten gar nicht aufhören mag, zu gehen. Das mit der Stille hat übrigens einen Grund. Der Weißensee ist einer der wenigen Seen ohne Umfahrungsstraße. Man wird am slow trail deshalb anderen Menschen begegnen, aber mit Sicherheit keinem Auto. Fehlt nur noch das Quartier. Quasi ein kulinarisches Basislager, um die Eindrücke des Weges zu verarbeiten und neue Kraft für die nächsten Abenteuer am See zu tanken. Da kommen »Die Forelle« und Familie Müller ins Spiel. In Techendorf, eher im westlichen Teil des langgestreckten Weißensees gelegen, ist das Genießerhotel eine Perle familiärer Gastlichkeit. Den Spagat zwischen geradlinigem, modernem Ambiente und warmer Behaglichkeit schafft das Haus mit Bravour. Aber auch die Küche ist einzigartig und trägt massiv zur Strahlkraft bei. Die Bühne gehört den anderen Womit wir auch schon bei Hannes Müller angekommen wären. Gemeinsam mit seiner Frau Monika führt er das Hotel, wobei Hannes’ Platz eindeutig am Herd ist. Der JRE-Spitzenkoch ist Mitglied der Chef’s Alliance, dem Slow-Food-Bündnis der Köche, hat in den letzten Jahren G Der stille Koch am stillen See In der »Forelle« am Weißensee erfährt man, dass die Flora um den See im April ganz anders ist als im Mai. Hannes Müller, »Gault-Millau-Koch des Jahres 2025«, nennt das Mikrosaison. Das ist aber nur ein Aspekt seiner herausragenden Küche. Aber einer, den man schmecken kann. Und ein guter Grund, ein paar Tage am Weißensee einzuplanen – wofür Monika Müller Top-Tipps parat hat. BUCHTIPP Der jüngste Streich von Hannes Müller: Wie schmeckt der Weißensee? Ein wunderbares Lesebuch über die Menschen der Region mit spannenden Rezepten, Fotos von Inge Prader und namhaften Gastbeiträgen. Bestellen auf www.dieforelle.at, €49,– zzgl. Versand

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