45 Cirque Gourmet 2025 onnig über den Wolken« war eigentlich von Elisabeth MeilingerMatule am Weyerhof fest versprochen, als wir vom Sportplatz in Neukirchen aus die Forststraße hinauf auf die Wildalm in Angriff nehmen. Aber im Moment versteckt sich das Kaiserwetter vom Vortag noch irgendwie hinter einer Nebelwand. Mal sehen, wie es dann oben ist. 900 Höhenmeter sind zu bewältigen und wir kommen immer besser ins Wandern. Rund zweieinhalb bis drei Stunden dauert es zu Fuß, wobei immer wieder Jägersteige durch den noch dichten Wald führen. In der klaren Luft liegt der Duft nach frisch geschlägertem Holz, und je höher wir kommen, desto öfter strahlt die Sonne durch das Grau. Und als wir dann tatsächlich oberhalb der Baumgrenze auf 1.694 m bei der Hütte eintreffen, eröffnet sich ein Panorama wie in einem Heimatfilm. Mit scheppernden Kuhglocken und fantastischem Rundumblick auf den oberen Pinzgau und die Wildkogelarena. Seit 2024 führt der Alpinus Verein die Wildalm, was ein Glücksfall in jeder Hinsicht ist. Die Alm neu leben, heißt die Devise des engagierten, 5-köpfigen Teams rund um Bäckermeister und Almbauer Simon Wöckl, der schon für Slow Food Kärnten Pionierarbeit geleistet hat. Aber nicht er alleine, sondern alle bringen ihr jeweiliges Talent und Können ein. Und so entstand ein besonderer Ort, an dem neben 27 Mutterkühen mit ihren Kälbern, Mangalitzaschweine, Hühner und 70 Ziegen einträchtig nebeneinander grasen, picken und wühlen. Dass eine Alm dabei nicht altmodisch sein muss, beweist das ebenso innovative wie kreative Milchverarbeitungssystem samt Käserei mit Eigenbau-Käsekessel, das in zwei mobilen Containern untergebracht ist. Mobil ist auch der Anhänger mit dem Backofen, dessen Sauerteigbrot zum Renner auf den Bauernmärkten der Region wurde. Dass wir einen Laib mitnehmen, versteht sich von selbst, ebenso natürlich auch verschiedene Käse. Und wir haben Glück: Am Wochenende gibt es zum Einkehren zusätzlich zu den während der Woche servierten Käseplatten und kleinen Almgerichten auch veredelte Käsespeisen aus dem Holzofen. Die Almpizza mit selbstgemachtem Mozzarella duftet genauso umwerfend wie der alpine Grillkäse-Burger. Keine Frage, bei Topfenkuchen und Apfelstreusel werden wir natürlich ebenfalls noch schwach. Nach dieser Schlemmerei ist eine kleine abschließende Wanderung unerlässlich: In nur 45 Minuten bestaunen wir von der Heuscharte den Blick bis zu den Gletschern des Großvenedigers, ehe wir uns wieder auf den Weg ins Tal machen. Dort wartet mit dem hauseigenen Badeteich ein weiteres Juwel im Weyerhof auf uns. Es gibt ja viele wunderschöne Pools in der Hotellerie, aber eine derart natürliche Einbettung in die Landschaft mit einem abermals außergewöhnlichen Landschaftsblick ist schon einzigartig. So wie das abendliche Dessert beim Genießerdinner. Das heißt – passend zu unserem Almausflug – »Zur Waldgrenze« und vereint Zirbenkaramell mit Mandelschaum und Moosbeersorbet. S» WILDALM.ALPINUS Bewirtschaftet von Juni bis September. Käse-Workshops auf Anfrage Mo – Fr: Käseplatten und kleine Almgerichte, Sa & So: warme Käsegerichte, Ab-Hof-Verkauf: Brot, Käse, Milchprodukte. Insta: @wildalm.alpinus Wanderung: ca. 3 Stunden, mit E-Bike circa 45 min, allerdings ist die Route öffentlich offiziell nicht freigegeben; Auto-Shuttle für Weyerhof-Gäste gegen Voranmeldung möglich. Foto: Günter Standl Fotos: Alpinus, Mr+Mrs Porter, Herwig Ertl »Gerade als Koch war es mir ein Anliegen, für unsere Wildalm Pächter zu finden, die meine Philosophie von einer richtig belebten Almwirtschaft verwirklichen. Zwei Jahre haben wir niemand gefunden, der gepasst hätte. Umso perfekter ist es jetzt!« Franz Meilinger, Gastgeber und Spitzenkoch im Weyerhof (siehe S. 124). Einfach fantastisch: der neue Naturpool im Weyerhof.
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