Während des 1. Weltkriegs (1914–1918) bleibt das aristokratische Publikum des Hotels ebenso aus, wie die russische Stammkundschaft. Historische Quellen publizieren das Nachrücken finanzkräftiger außereuropäischer Gäste, die das Haus vor der endgültigen Schließung bewahren. In dieser Zeit werden das Grand Hotel Therapia und das 1906 erbaute Hotel Miramare gemeinsam unter dem Namen »SEEBAD CRIKVENICA« geführt, bis die Kroatische Landesbank das Hotel pachtet und die Jugobanka es schließlich als Eigentum erwirbt. Die in Symbiose mit dem Hotel konzipierte Parkanlage, die der Gärtner Franjo Brož so fürsorglich bearbeitet und um Zier- und exotische Pflanzen bereichert hatte, verwildert (2). Als Spielbank soll das Hotel wieder ein betuchtes Publikum anziehen, doch nur drei Jahre später scheitert der Versuch. Unter der Leitung der fachkundigen Gebrüder Anton & Karl Urbanetz kehrt das Haus zur klassischen Hotellerie zurück. Zwei Tennisplätze werden errichtet und das Hotel wird durch eine asphaltierte Straße mit dem Stadtzentrum verbunden (1). Zur Zeit des deutschen Balkanfeldzuges nutzen die Italiener das Hotel als Lazarett. Im sozialistischen Jugoslawien unter Präsident Marschall Josip Broz Tito wird das Hotel etwa vier Jahre lang unter dem Namen 6 JOURNAL 2025 Familie Holleis erwirbt das Hotel. Mit dem Ziel, die Magie und den Charakter des historischen Grandhotels wieder aufleben zu lassen, wird sofort mit der Restaurierung begonnen. Beim Umbau können einige verloren gegangene Details rekonstruiert und im Stil der Belle Epoque wieder hergestellt werden. Terrasse und Pool werden komplett neu angelegt und der Gartenpark neu bepflanzt. Im Mai 2014 eröffnet das Hotel als KVARNER PALACE neu. Zu Ehren seines einstigen Bauherren erhält die luxuriöse Suite den Namen Erzherzog Josef. Die Tradition der kroatisch-österreichischen Gastlichkeit hält Einzug. Im neu erbauten Wellnessflügel stehen ab Juli 36 Deluxe-Zimmer bereit. Jedes verfügt neben zeitgemäßem Komfort über ein schönes Badezimmer mit Walk-In-Dusche und eine überdachte, geschützte Balkonloggia mit traumhaftem Meerblick. In der Lobby erinnert ein Mosaik an die wechselhafte Hotelgeschichte (li.). Ein Originalgemälde des kroat. Künstlers Ante Bakter (S. 17) schmückt die Zimmer im Wellnessflügel (oben). 1 3 2 4 5 1927 MOSKVA geführt und dann wieder in Therapia umbenannt. Viele Elemente der alten Pracht, etwa der Ballsaal, verschwinden. Bis 1952 fungiert das Haus als Erholungsheim für höher gestellte Gewerkschaftsmitglieder. Der Park schrumpft zugunsten eines Minigolfplatzes deutlich. Der Aufschwung des Fremdenverkehrs in Jugoslawien beschert dem einstigen Palasthotel wieder bessere Zeiten. Das Hotelunternehmen Jadran führt es als »ANSTALT FÜR THALASSOTHERAPIE«. Auf der Terrasse wird eine Poolanlage erbaut. Der kroatische Fußballer Igor Štimac kauft das Haus. Bei der Generalsanierung geht leider das Jugendstil-Flair im Inneren des Gebäudes großteils verloren (3). Die Falkensteiner-Gruppe betreibt das Haus als Urlaubshotel THERAPIA.
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